von | 14 Dez 2020

Seit gestern ist es offiziell, ab Mittwoch folgt der zweite Lockdown in diesem Jahr. Und als wenn die Vorweihnachtszeit für viele nicht bereits stressig genug wäre, dürfen wir jetzt neben HomeOffice auch wieder die Kinderbetreuung und das Homeschooling übernehmen. 😅

Zu Hause arbeiten, flexibel sein, Zeit für die Kinder haben… Klingt erstmal verlockend und die, die noch keine Erfahrung damit haben, haben dann erst einmal das Bild oben vor Augen. Und ja, ich gebe zu, solche Momente gibt es bei uns auch, aber das sind sehr kurze Momente. 🥴

Mein Vorteil ist, dass ich die letzten Jahre eigentlich fast immer im HomeOffice gearbeitet habe. Also eigentlich müsste ich Profi sein, aber auch ich muss zugeben, dass es sehr viel einfacher ist, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Nichtsdestotrotz ist die Situation jetzt wieder wie sie ist und da sie für uns nicht ganz neu ist (ich kann auch keine 6 Wochen Sommerferien machen), können wir euch an ein paar Erfahrungen teilhaben lassen. 😉

Mein Großer ist schon 10 Jahre, der versteht, wenn ich ihm erkläre, dass ich jetzt arbeiten muss und auch mal meine Ruhe brauche. Der Kleine, der gestern erst zwei geworden ist, aber noch nicht. Für beide, und auch für mich selbst, sind daher ein Plan und feste Routinen wichtig. Natürlich genießen wir auch, wenn man mal nicht um 6 Uhr aufstehen muss (wobei unser Jüngster das doch oft anders sieht…), trotzdem versuchen wir nicht bis Mittag „rumzugammeln“. Wecker stellen, gemeinsam frühstücken, anziehen, eine Runde mit dem Hund gehen – damit wir erstmal in Schwung kommen.

Die erste Lernzeit haben wir dann vor dem Mittagessen eingelegt. Gerne alle drei gemeinsam am Esstisch. Der Große mit den ersten Aufgaben seines Lernplans von der Schule, der Kleine malt im Idealfall und Mama beantwortet die ersten E-Mails. Manchmal schaffen wir es auch, dass der Kleine neben dem Tisch mit Autos oder Bauklötzen spielt, manchmal will er aber auch in die Hefte seines Bruders malen und dem alles durcheinander bringen… Da sind sie dann wieder, die Momente wo es nicht so friedlich und idyllisch aussieht, wie auf dem Foto oben. Dann bin ich nur als Mutter gefragt und halte meinem Großen den Rücken frei indem ich mich mit dem Kleinen beschäftige.

An solchen Tagen nutze ich dann die Mittagsschlaf-Zeit des Kleinen um mich um meine Arbeit zu kümmern oder Telefonate zu führen, für die ich Ruhe brauche. Und der Große lernt auch besser, wenn ihn sein kleiner Bruder nicht immer ablenkt.

Das gemeinsame Arbeiten am Esstisch funktioniert wie gesagt nicht immer. Ich habe daher ein separates Arbeitszimmer. Mit älteren Kindern, oder wie bei meinen Beiden, wenn sie gut drauf sind und gemeinsam spielen, kann man sich auch phasenweise dorthin zurückziehen. Besonders jüngere Kinder möchten aber gerne bei Mama oder Papa sein. Da hilft es neben dem Arbeitsplatz der Eltern auch einen Platz für die Kinder einzurichten. Als mein Großer noch jünger war, hatten wir neben meinem Schreibtisch einen Mal- und Basteltisch für ihn stehen. Auch ein altes Telefon und ein Spielcomputer fanden den Weg dorthin. So konnte ich einige Stunden (natürlich nicht immer am Stück) recht produktiv sein und trotzdem, wenn gefordert, immer mal einen Blick auf seinen „Arbeitsfortschritt“ werfen.

Im Sommer habe ich meinen Arbeitsplatz auch gerne auf die Terrasse verlegt und den Kleinen im Sandkasten „geparkt“. Er ist so gerne draußen und beschäftigt sich dort schon sehr gut alleine. Jetzt im Winter wird mein Notfall-Plan wohl eine Kinderserie im Fernsehen 🙈. Ja, wie die meisten möchten wir die Fernsehzeiten so gering wie möglich halten. Besondere Umstände erfordern jedoch besondere Maßnahmen und ich glaube nicht, dass mein Kind Schaden nimmt, wenn es in Ausnahmesituationen wie der aktuellen auch mal eine Folge mehr der Lieblingsserie schaut, damit ich ein wichtiges Projekt zu Ende bringen kann. Danach kann ich dann auch wieder viel entspannter und mit Freude Zeit mit meinen Kindern verbringen. Denn auch diese Gemeinsam-Zeiten sind im Tagesablauf für die Kinder wichtige Orientierungspunkte.

Uns hat es auch geholfen, wenn die Kinder sich nachmittags mal verabredet haben. Jeder hatte (um die Kontakte gering zu halten) einen festen Spielpartner und im Idealfall waren dann beide gleichzeitig beschäftigt. Das ist dann zumindest einmal pro Woche wieder ein Zeitfenster, in dem Mama etwas schaffen kann. Kann auch funktionieren, wenn man sich zum Bespiel mit einer Freundin abwechselt und jeder mal das Kind der anderen mit beaufsichtigt. Natürlich auch hier mit einer festen Freundin und nicht ständig wechselnden Familien/Kontakten.

Nach dem gemeinsamen Abendessen und den gewohnten Abendritualen, kehrt bei uns immer recht schnell Ruhe ein. Und je nachdem wie viel ich tagsüber geschafft habe, nutze ich dann die Abendstunden wieder zum Arbeiten.

Ein 8-Stunden-am-Stück-HomeOffice-Tag ist meiner Meinung nach nicht möglich mit Kindern, dafür sollte jeder Arbeitgeber Verständnis haben. Aber in Etappen und mit Pausen für gemeinsame Spieleinheiten und Mahlzeiten schafft man doch eine Menge. Ein Tipp ist auch das Mittagessen schon vorzubereiten oder die Zubereitung als gemeinsame Aktivität in den Tagesablauf mit einzubauen, je nach Interesse der Kinder. Hier gibt es natürlich auch Küchenmaschinen, die sehr hilfreich sind, ich möchte an dieser Stelle keine Werbung machen, aber ich möchte auch nicht mehr auf unsere verzichten 😜

Sind beide Eltern im HomeOffice, kann man sich mit der Kinderbespaßung abwechseln und der jeweils andere hat dann Ruhe für seine Arbeit. Bei uns muss der Papa zur Arbeit immer außer Haus, nimmt mir die Kinder dafür dann aber in seiner Freizeit öfter ab und ermöglicht mir auch mal Zeiten für mich. Nicht nur zum Arbeiten, sondern auch zum runterkommen und genießen. Für einen Kaffee in Ruhe oder eine kleine Sporteinheit. Das ist nämlich auch sooo wichtig, damit ich ausgeglichen bin und hinterher wieder Kraft für den Alltag mit HomeOffice, Kinderbetreuung und Homeschooling habe.

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